Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist ein durch Virusinfektionen verursachter, potentiell vermeidbarer Krebs
Weltweit ist das Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) zweithäufigste Krebsart bei Frauen. Da das Zervixkarzinom in einem frühen Stadium fast zu 100% heilbar ist, kommt der gynäkologischen Krebsfrüherkennung eine wichtige Bedeutung zu. Aus diesem Grund existieren in den meisten Ländern nationale Vorsorgeprogramme. Es ist heute nachgewiesen, dass humane Papillomviren (HPV) die Zellen im Genitalbereich infizieren können und somit die Hauptursache des Zervixkarzinoms sind. Schätzungsweise 75 bis 80% aller Frauen und Männer infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit genitalem HPV. Jeder Infizierte kann die Viren durch Geschlechtsverkehr, auf einen anderen Menschen übertragen. Weit über 100 HPV-Typen sind bisher bekannt.
In wenigen Fällen bleibt die Infektion bestehen und kann zunächst zu präkanzerösen Vorstufen (Dysplasien, CIN) führen. Bleiben diese präkanzerösen Vorstufen unentdeckt, kann sich daraus über einen relativ langen Zeitraum von Jahren bis Jahrzehnten Jahrzehnte nach der erfolgten HPV-Infektion ein Zervixkarzinom entwickeln.
Die genitalen humanen Papillomviren werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Einteilung erfolgt entsprechend ihrer Aggressivität, Krebswachstum auszulösen:
Niederrisiko-Typen, (low-risk-HPV)
Niederrisiko-Typen verursachen hauptsächlich Genitalwarzen (genitale Kondylome) und werden praktisch nie bei Krebserkrankungen gefunden. HPV 6 und HPV 11 sind mit etwa 90% die Hauptverursacher von (gutartigen) Warzen im Genitalbereich.
Hochrisiko-Typen (high-risk-HPV)
Hochrisiko-Typen verursachen Krebsvorstufen (Dysplasien, zervikale intraepitheliale Neoplasien, CIN) und Krebs. Sie sind in 99,7% aller Fälle des Zervixkarzinoms identifiziert worden. Die Mehrheit der Zervixkarzinom-Erkrankungen (ca. 70%) werden durch nur zwei HPV-Typen hervorgerufen: HPV-Typ 16 (53,5%) und HPV-Typ 18 (17,2%). Weiterhin ist das Risiko für eine präkanzeröse Läsion bei Infektion mit diesen beiden HPV-Typen deutlich höher als bei anderen Typen der Hochrisiko-Gruppe.
Impfungen schützen vor Infektion durch bestimmte Papillomviren
Die Entwicklung präventiver Impfstoffe gegen die beiden „gefährlichsten” Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 stellt einen großen Fortschritt im Kampf gegen die Entstehung des Zervixkarzinoms dar. Dies ersetzt jedoch auch in Zukunft nicht die Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.
Im Zusammenhang mit der Impfung ist zu erwähnen, dass
Impfstoffe bislang ausschließlich vor Erkrankungen schützen, die durch humane Papillomviren des Typs 6, 11, 16 und 18 ausgelöst werden. Immerhin 30% aller Zervixkarzinome werden durch andere Hochrisiko-HPV-Typen als Typ 16 und 18 verursacht.
Bisher nicht sicher geklärt ist, ob geimpfte Frauen möglicherweise häufiger an jenen HPV-Typen erkranken, die nicht im Impfstoff berücksichtigt sind (sog. Typen-Replacement).
HPV-Typisierung an zervikalen Abstrichpräparaten
Sie können auf Wunsch eine HPV-Typisierung bei uns durchführen lassen. Für die Untersuchung werden 2 ungefärbte Abstrichpräparate (einer zur Materialkontrolle und zytologischen Begutachtung, einer zur DNA-Isolierung) benötigt.
Wir verwenden zur HPV-Typisierung einen hochsensitive fluoreszenz-gestützte Multiplex-PCR zum simultanen Nachweis der 15 wichtigsten HPV Typen.
Nachgewiesen werden können damit die
HPV-Low-Risk-Typen 6 und 11 sowie die
HPV-High-Risk-Typen 16,18,31,33,34,39,45,51,52,56,58,59,68
Die PCR-Produkte werden anschließend in einem automatisierten Verfahren mittels Gen-Sequenzer analysiert und von der Laborleitung und einem Facharzt für Pathologie gemeinsam befundet.

